Schneller zu den olympischen Spielen

Es ist ein riesiger Wachstumsmarkt: weltweit wird in den Ausbau des Schienenverkehrs investiert. Allein das Marktpotential für Verbindungslösungen im Bereich Schienenfahrzeuge liegt bei rund 500 Millionen Euro im Jahr, schätzen Experten. Auch LAPP hat sich als neuer Anbieter für Verbindungstechnik in Schienenfahrzeugen positioniert – mit ÖLFLEX® TRAIN Leitungen für den Hochgeschwindigkeitszug KTX in Südkorea.

Aufgabe

Doch um sich in diesem Markt etablieren zu können, musste LAPP einige Herausforderungen meistern – so mussten zum Beispiel alle eingesetzten Produkte höchsten Sicherheitsanforderungen entsprechen, insbesondere den Brandschutzanforderungen. Weltweit müssen in der Bahnindustrie alle Anbieter dem Bahnstandard IRIS (International Railway Industry Standard) entsprechen. Die OEMs (Original Equipment Manufacturer), die einen Anbieter nur dann als Lieferanten aufnehmen, wenn sie deren Produkte selbst geprüft haben, sind die zweite Herausforderung.

Für den Eisenbahnhersteller Hyundai-Rotem war auch die Nähe zum Kunden wichtig, ein regionaler Lieferant, der den Markt kennt und schnell reagieren kann, war gewünscht – ideale  Voraussetzungen für LAPP Korea.

Lösung

100 km ÖLFLEX® TRAIN Kabel lieferte LAPP für den KTX (Korea Train eXpress) für Hyundai-Rotem in Südkorea. „Dies ist das erste große Projekt, bei dem LAPP für Personen- und Hochgeschwindigkeitszüge geliefert hat“, so Lance Lee, Marketing Manager bei LAPP Korea. Der KTX schafft 300 km/h und verbindet die Hauptstadt Seoul mit den Städten Mokpo und Busan.

Produkte

Für die Hochgeschwindigkeitszüge wurden drei spezielle Bahnkabel entwickelt. Das ÖLFLEX® TRAIN GKW 300V (ein Hybrid-Verbindungskabel) und zudem noch mit ÖLFLEX® TRAIN 4GKW HF 1800V und ÖLFLEX® TRAIN 9GKW HF 3600V zwei hochflexible Kabel, die als Verbindungskabel zwischen den Zugwagen sehr engen Biegeradien standhalten müssen.

Weltweit gelten in dem Bereich, zusätzlich zum Bahnstandard IRIS, anspruchsvolle Normen mit unterschiedlichsten Bestimmungen. Bei Bahnleitungen hat sich ein internationaler Standard durchgesetzt, die European Norm (EN), eine Aufbau- und Prüfnorm für Anschluss- und Steuerleitungen. Um die notwendigen Zertifizierungen zu erhalten, testete LAPP seine Produkte an drei verschiedenen Standorten: Im Technologieprüfzentrum in Stuttgart, im Brandtestzentrum im französischen Forbach und bei LAPP Korea. Insbesondere auf die Flammwidrigkeit wurde bei den Prüfungen geachtet. Damit die Bahnkabel besonders robust sind, wurde außerdem am Standort Korea extra eine Strahlenvernetzungsanlage zur Veredelung der Leitungen aufgebaut.

Erfolg

Nach dem Erfolg der Kabel von LAPP für den Hochgeschwindigkeitszug, gab es direkt einen Folgeauftrag für die Verkabelung eines KTX, der nun die Städte Seoul und Gangneung verbinden soll, und zwar mit einer Fahrtzeit, die von 4:35 auf 1:52 Stunden verkürzt werden soll. Zudem soll damit eine Anbindung an PyeongChang geschaffen, wo 2018 die Olympischen Winterspiele stattfinden werden.

Der Kunde

Der KTX wird von der südkoreanischen staatlichen Eisenbahngesellschaft Korea Railroad Corporation (Korail) betrieben. Die erste Zug-Generation basierte auf dem TGV, wurde aber teils bereits in Lizenz des französischen Zugbauers Alstom direkt in Korea gebaut. Der in Seoul ansässige Eisenbahnhersteller Rotem (später Hyundai-Rotem) nutzte dieses Know-how und bietet heute mit dem KTX-II eine koreanische Eigenentwicklung mit Leitungen von LAPP an.