HESS Teleskop in Namibia - www.lappkabel.de

Sterbende Sterne im Visier

Das HESS-Teleskop fahndet in den Bergen Namibias nach Gammastrahlung, die von glühenden oder rotierenden Sternen ausgesandt wird. Die Datenmengen, die dabei entstehen, werden mit Glasfaserleitungen von LAPP übertragen.

Aufgabe

Rund um den Globus suchen Wissenschaftler nach dem sogenannten Tscherenkow-Licht. Das sind seltene Gammastrahlenblitze, die sich durch ein schwaches blaues Licht in der Atmosphäre verraten. In Namibia, wo die Luft klar und der Blick ins All ungetrübt ist, steht das HESS-Teleskop, an dem das besonders erfolgreich ist. Allerdings stellt das trockene Klima auch eine Herausforderung für Mensch und Material dar. Nun wurde die alte Anlage upgegradet und neue Kabel wurden verlegt – darunter auch mehrere hundert Meter Glasfaserleitungen von Lapp. Denn Teile des Teleskops sind mittlerweile rund fünfzehn Jahre alt, angesichts der Fortschritte in der Kameratechnik und Datenerfassung ist das eine halbe Ewigkeit.

Lösung

Neue Glasfaserleitungen sollten gelegt werden, um die ständig anwachsenden Datenmengen bewältigen zu können. Damit außerdem nicht sämtliche Kabel vom Max-Planck-Institut in Heidelberg nach Namibia verschifft werden müssen und der Aufwand reduziert wird, suchte das Institut deshalb einen Kabellieferanten in Süden Afrikas. Im Sortiment sollte dieser unbedingt Glasfaserkabel führen, die für flexible Anwendungen und schnelle Bewegungen ausgelegt sind, da sich die Teleskope schnell in verschiedene Richtungen drehen müssen. Zudem sollen wegen des begrenzten Platzes in der Energieführungskette nicht mehrere einzelne Glasfaserkabel verlegt werden, sondern ein Kabel mit hoher Packungsdichte.

Produkte

Dafür wurde ein zwölffasriges Kabel aus dem LAPP Katalog gefunden. 500 Meter dieser HITRONIC® Leitung wurden nun für die Neuverkabelung in einer projektbezogenen Sonderproduktion erstellt. Davon sind 380 Meter im HESS verlegt worden, der Rest ist Reserve.

Über die Fasern, von denen jede 10 Gigabyte pro Sekunde überträgt, übermitteln die Kameras ihre Signale an einen Rechner im Kontrollzentrum, darunter sämtliche Bilddaten. Die Daten werden allerdings nur übermittelt, wenn zwei oder mehrere Teleskope gleichzeitig Tscherenkow-Licht aufnehmen, nur in dem Fall handelt es sich wahrscheinlich um einen Gammaimpuls von einem Stern. Die HITRONIC® Leitung ist ausgelegt auf dynamische Anwendungen. So sind beim Einsatz von Schleppketten sogar Geschwindigkeiten bis zu 10 Metern pro Sekunde möglich. Die Einzeladern sind 0,9 Millimeter dick und besonders biegebeständig. Zudem kann an jedes Einzelkabelelement direkt ein Stecker konfektioniert werden.

Erfolg

Doch das UV- und ölbeständige, halogen- und metallfreie Kabel ist nicht das einzige Lapp Produkt, welches im Zuge des Upgrade eingebaut wurde: Eine vierfasrige HITRONIC® Leitung übermittelt Daten zur Kalibrierung der Kameras mittels LED-Leuchten. Das geschieht jede zweite Nacht, um das Rauschen der Photomultiplier, die die schwachen Lichtsignale verstärken, möglichst gering zu halten.  Am Teleskop wird jede Kamera mit einem ÖLFLEX® CRANE Kabel mit Strom versorgt. In der Anlage befanden sich bereits HITRONIC® Leitungen mit 1 GB/s, die fest verlegt waren, die also den Bewegungen der Teleskope nicht folgen müssen. Zu guter Letzt sind manche Leitungen geschützt in SILVYN® Kabelschläuchen verlegt.

Der Kunde

Das HESS-Teleskop (High Energy Stereoscopic System) steht in der Nähe des Gamsbergs, einem 2347 Meter hohen Tafelberg im Zentrum Namibias, der für seine klare Luft bekannt ist. Die vier Teleskope, die in einem Quadrat mit 120 Metern Seitenlänge stehen, wurden 2004 eingeweiht. 2012 kam dann ein noch größeres Teleskop zu. Das HESS-Teleskop hat bereits eine Vielzahl von Sternen und Tscherenkow-Lichtern entdeckt und damit den Astrophysikern interessante Hinweise auf Vorgänge im Universum geliefert.