Überhaupt nicht wasserscheu

Gerade die Gegenden, die für Solaranlagen prädestiniert sind, liegen an Orten, an denen man mit Hitze und teilweise auch Überschwemmungen rechnen muss. Da sind Solarleitungen gefragt, die diese Extrembedingungen aushalten, wie die der Firma Conservation of Energy Co. Ltd. in Thailand. Durch ein spezielles Herstellungsverfahren versprechen die Leitungen von Lapp genau das.

Aufgabe

Im asiatisch-pazifischen Raum sollen bis zum Jahr 2030 420 GW Solarstromleistung installiert werden - damit rechnen zumindest Branchenexperten. Bereits jetzt ist ein rasantes Wachstum zu beobachten, insbesondere in China und Japan, aber auch in Ländern wie Indien, Korea, Thailand und den Philippinen. Anders als in europäischen Ländern sind dort die klimatischen Bedingungen oft viel extremer. Auf diese Anforderung muss auch bei der Herstellung und beim Betreiben von Photovoltaik-Anlagen geachtet werden, zumal Betreiber zunehmend auch feuchte Gebiete dafür nutzen wollen. Mit herkömmlichen Photovoltaik-Leitungen ohne besonderen Schutz ist der Einsatz in feuchten Gebieten allerdings nicht möglich.

Lösung

Wenn „Standard-Solarleitungen“ über lange Zeit Nässe ausgesetzt sind, kann Feuchtigkeit ins Kabel eindringen, was den Isolationswiderstand reduziert und somit zu Schäden und Ausfällen führt. LAPP hat deshalb für diese Extrembedingungen die erste dauerhaft wasserdichte Solarleitung entwickelt.

Produkte

Bei der ÖLFLEX® Solar XLWP handelt es sich um eine strahlenvernetzte Solarleitung für den langlebigen, witterungsbeständigen Einsatz in Solaranlagen. Für Gegenden, in denen es oft zu Überflutungen kommt oder wo die Leitungen unterirdisch in Schutzrohren verlegt sind, in denen sich Wasser und Wärme und Feuchtigkeit anstauen, ist diese Leitung perfekt. Um die Performance der Leitung sicher zu stellen, wurde in einer Testanlage in Thailand ein Jahr lang alle drei Monate der Isolationswiderstand gemessen. „Mit der ÖLFLEX® Solar XLWP haben wir sozusagen einen Sportwagen unter den Solarleitungen entwickelt. Der bietet neben den normativen Vorgaben auch einiges an Extras, vor allem eben die Wasserdichtigkeit“, so Bernd Leushake, Manager Renewable Energy bei LAPP Asia Pacific.

Erfolg

Der erste Großauftrag für die neue wasserdichte Solarleitung kam aus der Provinz Kanchanaburi in Thailand. Dort installierte die Firma Ensys Co. Ltd. 192 km ÖLFLEX® Solar XLWP Leitungen. Betreiber und Auftraggeber der Solaranlage ist die Firma Conservation of Energy Co. Ltd. Die Solarleitungen für diese Anlage wurden im Werk von Lapp Korea produziert. Im Werk befindet sich auch eine eigene Elektronenstrahl-Vernetzungsanlage, die vor zwei Jahren in Betrieb genommen wurde. Die Vernetzung mit Elektronenstrahlen verleiht gewöhnlichen „Allerwelts“- Kunststoffen wie Polyethylen oder Polyamid die Eigenschaften von Hochleistungs-Kunststoffen, sodass sie sich unter Bedingungen setzen lassen, für die sie normalerweise nicht geeignet sind.

Das ist eine kostengünstige Alternative zur Verwendung teurer Spezialkunststoffe. Strahlenvernetzte Leitungen weisen eine verbesserte Wärmeform-Beständigkeit bei höheren Gebrauchstemperaturen und eine bessere Verschleiß- und Abriebfestigkeit auf. Eine Anpassung an die Anforderungen neuer Materialien oder neuer Werkzeuge ist nicht notwendig, da die Vernetzung unabhängig von der eigentlichen Herstellung erfolgt.

Der Kunde

Die Firma Conservation of Energy Co. Ltd. wurde 2014 in Bangkok gegründet und ist das erste Unternehmen in Thailand, welches effektiv Photovoltaik-Anlagen betreibt.