Wasserdichte Kabel, Leitungen und Verbindungssysteme

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Wasser und elektrischer Strom sind keine gute Kombination. Deshalb sollten in nassen Umgebungen wasserbeständige Verbindungssysteme zum Einsatz kommen.

Was ist ein wasserbeständiges, was ein wasserdichtes Verbindungssystem?

Die Antwort scheint zunächst einfach: eine Leitung, das auch unter Wasser über lange Zeit ihre volle Funktionsfähigkeit erhält. Solche extremen Anwendungen sind allerdings selten. Sehr häufig kommt es vor, dass Leitungen eigentlich im Trockenen liegen, hin und wieder aber doch feucht werden, etwa weil in einer Maschine Kühlflüssigkeit austritt oder weil Anlagen in der Lebensmittelindustrie regelmäßig mit heißem Dampf abgestrahlt werden müssen. Überall wo Leitungen feucht werden können, sind also wasserbeständige Leitungen notwendig. Wasserbeständig heißt: Der Kunststoff des Mantels löst sich nicht mit der Zeit auf. Manche Kunststoffe haben von Natur diese Eigenschaft, aber nicht alle. Wenn Wasser den Kunststoff nicht durchdringen und nicht zu den Adern gelangen kann, spricht man von einer querwasserdichten Leitung. Besonders wasserbeständige Leitungen für die Verlegung im Außenbereich sind zusätzlich auch längswasserdicht. Dringt Wasser am Steckverbinder ins Kabelende ein, kann es sich nicht entlang der Adern ausbreiten, eine geleeartige Füllung aus wasserabstoßendem Petrolat verhindert das. 

Eine wasserbeständige Leitung allein reicht aber nicht. Die neuralgische Stelle einer Leitung ist dort, wo sie unterbrochen ist: am Steckverbinder. Wasser darf keinesfalls zwischen Stecker und Buchse eindringen und die Kontakte befeuchten, weil es sonst zu einem gefährlichen Kurzschluss kommen kann. Auch der Übergang, wo die Leitung in den Steckverbinder läuft, muss dicht sein. In Betrieben der Lebensmittelindustrie, wo auch Schaltschränke mit Chemikalien und Dampf gereinigt werden, sind auch die Öffnungen in den Schaltschränken mit Kabelverschraubungen abzudichten.

Um einzuschätzen, wie dicht ein Gegenstand ist, hat sich die IP-Schutzklasse etabliert. „IP“ steht für „International Protection“. Die Schutzklasse wird mit zwei Ziffern angegeben. Die erste Ziffer gibt an, ob Fremdkörper eindringen können. „6“ bedeutet „staubdicht“ und ist die höchste Schutzklasse für Fremdkörper. Interessanter hier ist die zweite Ziffer, die angibt, wie wasserdicht ein Gehäuse ist. Hier reichen die Schutzklassen von „1“ (Schutz gegen Tropfwasser) bis „8“ (Schutz gegen dauerndes Untertauchen) und sogar „9“ (Schutz gegen Wasser bei Hochdruck-/Dampfstrahlreinigung). Höchste Schutzklasse ist IP69K, wobei „K“ einen besonderen Schutz bei Straßenfahrzeugen verlangt.

 

Wo werden wasserbeständige Verbindungssysteme eingesetzt?

Wasserbeständige Verbindungslösungen sind dort gefordert, wo Leitungen feucht werden können. Das ist der Fall in der Industrie, wo Leitung und Steckverbinder mit Kühlschmierflüssigkeit in Kontakt kommen, besonders auch in der Lebensmittelherstellung, wo Anlagen regelmäßig mit Dampf und Wasserstrahl gereinigt und desinfiziert werden müssen. Im Außenbereich sollten wasserdichte Verbindungen Standard sein, etwa an Photovoltaikanlagen, Antennen, Anlagen der Chemie- und Baustoffindustrie und vielen mehr. Selbst wenn Leitungen unter einem Dach liegen, sollte man zu wasserdichten Komponenten greifen, denn es kann immer mal reinregnen und kondensierende Luftfeuchte kann sich sammeln und in undichte Spalte eindringen. Besonders raue Bedingungen herrschen auf hoher See. Auf Schiffen, Ölbohrinseln oder in Hafenanlagen sind wasserdichte Verbindungslösungen Pflicht, wegen der starken Korrosion im Salzwasser vorzugsweise in Ausführungen der Schutzklasse IP69K, was bei Steckverbindern häufig eine Ausführung in Metall erfordert, etwa aus Edelstahl oder anderen korrosionsbeständigen Materialien wie Zinkdruckguss.

 

Welche wasserbeständigen/wasserdichten Komponenten gibt es von LAPP?

Als Weltmarktführer für integrierte Verbindungslösungen bieten wir ein breites Portfolio an wasserbeständigen/wasserdichten Leitungen. Für einen weiten Temperaturbereich von -55°C bis +125°C eignet sich die ÖLFLEX® HEAT 125 MC. Sie hat eine Zulassung des Germanischen Lloyd für den Einsatz in der Schifffahrt und widersteht sowohl Süßwasser als auch Salzwasser. Wasserdicht sind einige Rechtecksteckergehäuse der EPIC® Serie wie EPIC® ULTRA H-B 6. Sie sind geprüft mit dem Salzsprühnebeltest nach IEC 68-2-52 Schärfegrad 2. Wasserdicht sind zudem eine ganze Reihe von Kabelverschraubungen, zum Beispiel die druckwasserdichte SKINDICHT® SHV-M. Sie erfüllt die Schutzart IP68 bis 10 bar, was einer Wassertiefe von 100 Meter entspricht. Extrem robust ist die Datenleitung HITRONIC® HUW1500, die es in unterschiedlichen Ausführungen gibt. Sie ist quer- und längswasserdicht und mit ihrem Nagetierschutz für die Verlegung im Boden geeignet.
Die ÖLFLEX® SOLAR XLWP ist eine elektronenstrahlenvernetzte Solarleitung, die höchste Ansprüche an Einsatzbedingungen und Normen (gemäß Norm EN 50618) erfüllt. Durch ihr optimiertes, einzigartiges LAPP-Leitungsdesign hat die ÖLFLEX® SOLAR XLWP einen hohen Grad AD8 an Querwasserdichtigkeit auch bei längerer Zeit in Wasser.

 

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