SKINTOP® Kabelverschraubungen

Abdichtende und zugentlastende Leitungseinführung

Kabelverschraubungen ermöglichen es, Kabel in ein Gehäuse einzuführen, sowohl Kabel als auch Gehäuse sicher abzudichten und eine Zugentlastung des Kabels zu erreichen. Dabei schützen sie das Gehäuseinnere vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Staub und Feuchtigkeit. In unserem Produktsortiment finden Sie Einfacheinführungen für einzelne Kabel, Mehrfacheinführungen für mehrere Kabel sowie Zubehör und Werkzeug zur Montage der Verschraubungen.

 

Was ist eine Kabelverschraubung?

Eine Kabelverschraubung ist eine Vorrichtung, um ein oder mehrere Kabel oder Leitungen in das Gehäuse einer Maschine oder eines Schaltschranks einzuführen. Unsere LAPP-Kabelverschraubungen erfüllen dabei gleich mehrere, zusammenhängende Funktionen: Sie dienen als Zugentlastung der Kabel, dichten mit unterschiedlichen Materialien wie Fluorkautschuk, Nitrilkautschuk, Silikon oder Geldichtungen die Durchführung ab und schützen so vor Staub und Wasser. Die normative Grundlage zur Konstruktion, Ausführung und Prüfung unserer Kabelverschraubungen bildet die DIN EN 62444.

Welche Kabelverschraubungen umfasst das LAPP-Produktportfolio?

Den Produktbereich der Kabelverschraubungen unterteilen wir bei LAPP in Einfacheinführungen und Mehrfacheinführungen:

Einfacheinführungen

Das LAPP-Produktportfolio der Einfacheinführungen und Ihre möglichen Einsatzzwecke sind nahezu unzählbar. Die mit jedem Einsatzzweck verbundenen (normativen) Anforderungen sind folglich anwendungsbezogen und individuell zu beleuchten.

Sie benötigen Hilfe bei der Grobauswahl?

Verschaffen Sie sich einen ersten Überblick über das LAPP-Portfolio ganz einfach mit dem LAPP- Kabelverschraubungsfinder!

Kunststoff, Messing oder Edelstahl - was darf es sein?

Kabelverschraubungen für Einfacheinführungen werden aus Kunststoff, Messing oder Edelstahl gefertigt. Wählen Sie exakt die Beschaffenheit, die eine Kabelverschraubung von LAPP für Ihre Applikation mitbringen muss. Ob für Rund- oder Flachleitungen, für gerade oder gewinkelte Durchführungen, für nicht konfektionierte Leitungen oder solche mit Steckverbinder: Sie werden garantiert fündig.

Mehrfacheinführungen

Mehrfacheinführungen von LAPP gibt es in zwei grundlegend unterschiedlichen Ausführungen.

Was tun, wenn der Stecker schon dran ist?

⇒ Mehrfacheinführungen für konfektionierte Kabel wählen.

  • Der Rahmen dieser modular aufgebauten Mehrfach-Kabelverschraubungen wird an dem Gehäuse der Anlage oder Maschine verschraubt.
  • Die Module, die einzelne Leitungen klemmen, können einzeln getauscht werden.
  • Im Servicefall verkürzt sich die Arbeitszeit deutlich gegenüber einer herkömmlichen Mehrfacheinführung, die als ganze Einheit demontiert werden muss.

Womit einführen, wenn das Leitungsende noch offen ist?

⇒ Mehrfacheinführungen für nicht konfektionierte Kabel wählen.

  • Eindrehen oder einschrauben? Wie Sie wünschen. Die Mehrfacheinführungen sind in runder und rechteckiger Bauform verfügbar.
  • Durch die einzigartige Gel-Dichtung mit spezieller Membrantechnik ist kein Vorstechen der Durchführungen nötig.
  • Große Klemmbereiche ermöglichen die Verwendung verschiedener Leitungsdurchmesser.
  • Nicht belegte Durchführungen bleiben sicher verschlossen und abgedichtet.

Werkzeuge und Zubehör

Die Vielfalt an Zubehör für Kabelverschraubungen bei LAPP ist riesig. Mit Gegenmuttern, Blindstopfen, Dichtungen, Staubschutzelementen und vielem mehr kann eine Kabelverschraubung leicht individualisiert und somit schnell zum perfekten Wegbegleiter für Sie und Ihre Anwendungen werden.

Kabelverschraubungen benötigen nicht viel Werkzeug. Doch wie ein deutsches Sprichwort besagt: „Gutes Werkzeug, gute Arbeit“.  Falls auch Sie weniger hart arbeiten möchten, Arbeitsschritte kombinieren und smarte Lösungen für Ihren Arbeitsalltag entdecken möchten, stöbern Sie sehr gerne in Werkzeuge und Zubehör für Kabelverschraubungen.

 

 

Welche wesentlichen Anforderungen muss eine Kabelverschraubung erfüllen?

Generell:

Abdichtung

Abdichtung nach IP-Schutzarten

Kabelverschraubungen schützen das Gehäuse vor äußeren Einflüssen. Verschmutzungen wie Staub oder Feuchtigkeit oder gar Wasser dürfen nicht durch das Gehäuseloch eindringen. In welchem Maß ein Schutz gewährleistet ist, ist abhängig von der angegebenen IP-Schutzart („Ingress Protection“). Nach DIN EN 60529; VDE 0470-1:2014-09 setzt sich die Schutzart aus der ersten und zweiten Kennziffer der technischen Tabelle T22 zusammen.

Und so wird eine Kabelverschraubung z.B. auf die Schutzart IP 68 getestet:

  • Die Kabelverschraubung wird an einer Prüfplatte mit dem entsprechenden Anzugsdrehmoment aus der Bedienungsanleitung montiert.
  • Anstelle des Kabels wird ein Prüfdorn verwendet.
  • Der Aufbau wird in eine mit Wasser gefüllte Druckkammer eingesetzt und einem Druck von beispielsweise 5 bar über einen Zeitraum von 30 min ausgesetzt.

⇒ In dieser Zeit darf keine Undichtigkeit an der Kabelverschraubung auftreten.

Das amerikanische Äquivalent zu der DIN EN 60529, also der Norm der IP-Schutzarten, ist die UL50E gemeinsam mit der NEMA 250. Dabei entsprechen sich die europäischen und amerikanischen Standards nicht exakt, können aber durchaus verglichen werden. Die UL50E gibt Anforderungen für Gehäuse elektrischer Geräte vor, die NEMA 250 vergibt ergänzend dazu die Typenklassen. Sie unterteilt die Verwendung der Gehäuse in Außen- (Type 3, 3R, 3S, 4, 4X, 6 und 6P) und Innenbereichsanwendungen (Type 1, 2, 5, 12K und 13).

Zugentlastung

Kabelverschraubungen schützen das Kabel, indem sie es optimal zugentlasten. Die Zugentlastung einer Kabelverschraubung ist eine Eigenschaft, die das Herausziehen des Kabels verhindert. Das Kabel wird dabei zentriert und fixiert, ja geradezu eingeklemmt - allerdings ohne das Kabel zu beschädigen. Gerade bei bewegten Anwendungen ist dieser Schutz unabdinglich. In Europa werden die Anforderungen an die Zugentlastung in der DIN EN 62444 beschrieben, in den USA werden die Anforderungen in der UL514 B festgelegt.

Abhängig vom gewählten Einsatz:

Temperaturbest%C3%A4ndigkeit

Temperaturbeständigkeit

Die Temperatur bestimmt die momentanen Eigenschaften eines Materials substanziell mit. Stellen Sie daher sicher, dass bei der Verwendung unserer Produkte die angegebenen Temperaturbereiche eingehalten werden. Nicht, dass Sie kalt erwischt werden!

Für extreme Minustemperaturen bis zu -70 °C können Sie auf kältebeständige LAPP-Kabelverschraubungen wie die SKINTOP® COLD setzen.

Für extreme Plustemperaturen bis zu +200 °C raten wir Ihnen zur SKINDICHT® SHV-M FKM.

Biegeschutz

Wird ein Kabel oder eine Leitung in bewegten Maschinenteilen eingesetzt, muss der Mindestbiegeradius des Produkts eingehalten werden. Dabei hilft zum Beispiel die SKINTOP® BS-M, durch deren Form ein Abknicken des Kabels oder der Leitung an der Kabelverschraubung verhindert wird.

Chemische Beständigkeit

Je nach Einsatzgebiet gerät eine Kabelverschraubung in Kontakt mit Substanzen, die das Material der Verschraubung angreifen können.

Auf welche Beständigkeit kommt es bei Ihnen an?

1. Salz:

  • Der Salzsprühnebeltest nach DIN EN ISO 9227 prüft das Korrosionsverhalten eines Produktes. Nach einer festgelegten Zeit wird das Material überprüft und bewertet. Kabelverschraubungen aus vernickeltem Messing, die den Salzsprühnebeltest bestanden haben sind gegen Seewasser beständig. Auch Kabelverschraubungen aus V4A-Edelstahl sind seewasserbeständig und korrodieren nicht.

2. Öl

  • Die europäischen Normen DIN EN 50363-4-1 VDE 0207-363-4-1 geben Tests zur Ölbeständigkeit vor.
  • Dichtungen aus CR-NBR, die z.B. in unseren Topsellern SKINTOP® ST-M und SKINTOP® MS-M verbaut werden, weisen neben einer sehr guten UV- und Ozonbeständigkeit auch eine erhöhte Ölbeständigkeit auf.

3. Säuren und Laugen

  • Auch für den Kontakt mit Säuren und Laugen bietet LAPP passende Kabelverschraubungen an. Oftmals kommen hier insbesondere die Edelstahlvarianten mit FKM-Dichtungen infrage.

Flammwidrigkeit

Kabelverschraubungen mit flammwidrigen Eigenschaften sind für Orte mit hohem Gefahrenpotential im Brandfall absolut sicherheitsrelevant. Für brandgefährdete Bereiche eignen sich deshalb Kabelverschraubungen mit halogenfreien und hoch flammwidrigen Bestandteilen. Sie reduzieren die Gefahr von Brandfortleitung, hoher Rauchdichte und toxischen Rauchgasen im Brandfall.

Jetzt SKINTOP® ST-HF-M und SKINTOP® MS-HF-M im Online-Shop anzeigen.

  • Gerade in Schienenfahrzeugen wird das Brandverhalten aller verbauten Komponenten genaustens überprüft. Die EN 45545-2 beinhaltet dabei die technischen Anforderungen dieser Komponenten.
  • Die UL 94, ein Prüfverfahren für die Brennbarkeit von Kunststoffen, teilt die Kunststoffe in Brennbarkeitsklassen ein und wird beim Einsatz von Kunststoffkabelverschraubungen oft angefragt.
Eignung f%C3%BCr den Lebensmittelbereich

Eignung für den Lebensmittelbereich

Glatte Oberflächen sowie Konturen ohne Ecken und Kanten verhindern, dass sich Rückstände wie Flüssigkeiten und Mikroorganismen an einer Kabelverschraubung ansammeln und ein Kontaminationsrisiko für die Lebensmittel in der Verarbeitungsanlage besteht. Da alle lebensmittelverarbeitenden Anlagen regelmäßig mit heißem Wasser oder Wasserdampf oder durch Einschäumen gereinigt werden und aggressive Desinfektionsmittel zum Einsatz kommen wird die normative Eignung für den Lebensmittelbereich nur durch Edelstahl-Kabelverschraubungen erreicht.

Achten Sie auf eine Zertifizierung nach EHEDG-Standard (European Hygienic Engineering and Design Group), wenn die Kabelverschraubung in hygienekritischen Bereichen eingesetzt werden soll.
Die National Sanitation Foundation (NSF) gibt den Standard NSF/ANSI 169 - 2016 für Materialien vor, die für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie in den USA bestimmt sind.
ECOLAB Inc. ist ein Hersteller von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln für die Gastronomie, Lebensmittelindustrie und Landwirtschaft. Die ECOLAB®-Zertifizierung genießt weltweite Anerkennung. ECOLAB®-zertifizierte Kabelverschraubungen sind beständig gegenüber ECOLAB®-Desinfektions- und Reinigungsmitteln.
Lernen Sie unsere Produktfamilien SKINTOP® HYGIENIC und SKINTOP® INOX kennen - für Einsätze in der Produktzone bzw. in der Spritzzone.

Eignung für den ATEX-Bereich

In Chemiefabriken oder in Tankstellen können explosive Gase entstehen, beispielweise bei der Erzeugung und Abfüllung von Kraftstoffen. Aber auch bei der Herstellung von Zucker und Mehl müssen vorbeugende Maßnahmen getroffen werden, um Staubexplosionen zu vermeiden. Um jede Zündquelle ausschließen zu können, müssen alle dort verwendeten Baustoffe in ihren Eigenschaften den Normen entsprechen, die zur Unfallvermeidung etabliert wurden.

Die Abkürzung ATEX steht für „ATmosphères Explosibles“. Die LAPP-Kabeleinführungen mit dem Zusatz „ATEX“ genügen den Anforderungen des Explosionsschutzes nach DIN EN IEC 60079-0 und DIN EN IEC 60079-7 und sind damit für den Einsatz in Ex-Zonen geeignet (Zündschutzart „Erhöhte Sicherheit“ („e“)).