Lichtwellenleiter Steckverbinder

Für hochwertige LWL-Konfektionen in der Industrie und Gebäudeverkabelung

Lichtwellenleiter-Steckverbinder wie Stecker und Kupplungen dienen dazu, Lichtwellenleiter zu verlängern oder einen Geräteanschluss herzustellen. Das Anwendungsspektrum für Lichtwellenleiter ist nahezu uneingeschränkt. Ziehen Sie den größtmöglichen Nutzen aus Ihren LWL-Steckverbindungen, indem Sie diese wieder lösbar gestalten. Wählen Sie dafür aus zahlreichen LWL-Steckverbindern für Lichtwellenleiter aus Kunststoff, Kunststoff und Glas oder aus reiner Glasfaser (POF, PCF und GOF).

Was sind Lichtwellenleiter-Steckverbinder?

Lichtwellenleiter-Steckverbinder, bzw. kurz LWL-Steckverbinder, nennen sich all diejenigen Steckverbinder, die ausschließlich für Lichtwellenleiter geeignet sind und damit zur optischen Datenübertragung verwendet werden. Dabei werden Lichtleitersignale durch Licht übertragen.

Überall, wo Lichtwellenleiter verlegt sind, d.h. ob in Rechenzentren oder in der Industrie, werden auch Lichtwellenleiter-Steckverbinder verwendet. Denn eins ist sicher: Steckverbinder erzeugen wieder lösbare Steckverbindungen und sorgen im Reparatur- oder Wartungsfall für einen gewinnbringenden Geschwindigkeitsvorteil, verglichen mit festen Verbindungen, wenn die Fasern von zwei Lichtwellenleitern mühselig gespleißt werden.

Der Steckverbinder stellt folglich den LWL-Anschluss an ein anderes LWL-Kabel oder an ein Gerät sicher. Er ist maßgeblich für die Übertragungsqualität eines Lichtwellenleiters verantwortlich, denn er sorgt dafür, dass das gelenkte Licht möglichst wenig unterbrochen wird.

Anders als bei Steckverbindern für kupferbasierte Datenleitungen oder Energieleitungen, gibt es bei den LWL-Steckverbindern nicht die klassische Unterscheidung bezüglich der Steckverbinderausführung (männlich oder weiblich).

Bei den LWL-Steckverbindern gibt es Stecker oder Kupplungen, die aus zwei Buchsen bestehen.

Kupplungen dienen dabei zur Verbindung von zwei Lichtwellenleitern, die jeweils einen Stecker haben. Damit lassen sich Lichtwellenleiter-Kabel verlängern oder in einem Verteiler- oder Schaltschrank verbauen.  

Welche LWL-Steckverbinder gibt es und wie unterscheiden sich diese?

Steckverbinder zur optischen Datenübertragung via Lichtwellenleiter gibt es viele. LAPP bietet LWL-Steckverbinder für die Lichtwellenleiter-Typen Glasfaser (GOF), Kunststofffaser (POF) und kunststoffummantelte Glasfaser (PCF). Sie sind untereinander nicht austauschbar, da die Fasergeometrien und Parameter der Lichtwellenleiter nicht kompatibel sind.

Die gängigen LWL-Steckverbinder unterscheiden sich hinsichtlich

  • der Eignung für einen bestimmten LWL-Typ,
  • der Eignung für eine bestimmte LWL-Faserkategorie,
  • Ihrer Ausführung als Simplex- oder Duplex-Steckverbinder
    (bei einer Duplex-Ausführung werden zwei Simplex-Steckverbinder über einen Clip miteinander verbunden. Die gleichzeitige Verlegung von zwei Lichtwellenleitern ermöglicht einen reduzierten Verkabelungsaufwand) sowie
  • dem Schwierigkeitsgrad bei der Konfektionierung.

Sammeln Sie hier weitere Informationen zu den drei unterschiedlichen LWL-Typen und erfahren Sie hier was eine Singlemode- und eine Multimode-Faser sind bzw. welche Faserkategorien es gibt!

Nutzen Sie die nachfolgende Übersicht für ein besseres Verständnis der LWL-Steckverbinder:

 

LWL-Steckverbinder für POF-Lichtwellenleiter

Schwierigkeitsgrad der Konfektionierung: gering

  Simplex Duplex Multimode
FO5 x   x
ST(BFOC) x   x
F-SMA x   x
HFBR x x x
SC-RJ   x x

Singlemode-Hinweis: Singlemode-Fasern gibt es nur bei den GOF-Lichtwellenleitern. Diese sind mit POF-Steckverbindern kompatibel.

LWL-Steckverbinder für PCF-Lichtwellenleiter

Schwierigkeitsgrad der Konfektionierung: mittel

  Simplex Duplex Multimode
ST(BFOC) x   x
F-SMA x   x
HFBR x   x
SC-RJ   x x

Singlemode-Hinweis: Singlemode-Fasern gibt es nur bei den GOF-Lichtwellenleitern. Diese sind mit PCF-Steckverbindern kompatibel.

LWL-Steckverbinder für GOF-Lichtwellenleiter

Schwierigkeitsgrad der Konfektionierung: hoch

  Simplex Duplex Singlemode Multimode
ST(BFOC) x   x x
LC x x x x
FC x   x x
SC x x x x
ST-SC   x x x

Wie erfolgt die Konfektion von LWL-Steckern mit LWL-Kabeln?

Die meisten Lichtwellenleiter werden vor Ort von Hand konfektioniert. Sie als Endnutzer lieben es schließlich, die volle Flexibilität für die Verlegung und für den Anschluss von Lichtwellenleitern zu haben. Aber Vorsicht:

Die Güte der LWL-Steckverbindung ist maßgeblich für die Übertragungsqualität Ihres faseroptischen Netzwerks verantwortlich!

Wurde der Stecker verunreinigt oder die Faser ungenau in der Ferrule geführt, weswegen kein perfekter Stirnflächenkontakt zwischen zwei Ferrulen stattfinden kann, leidet Ihr gesamtes Übertragungssystem darunter. Bei der Konfektion ist folglich maximale Präzision gefordert.

Sie möchten die Konfektion der Lichtwellenleiter lieber nicht selbst vornehmen?

 

Ihnen stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl:

  1. Erwerben Sie bereits konfektionierte Glasfaser-Lichtwellenleiter.
  2. Lassen Sie sich von den LAPP-Experten helfen. Finden Sie am Seitenende weitere Informationen zur individuellen Lichtwellenleiter-Konfektion durch LAPP.

Egal ob 1 oder 2: auspacken, einstecken, fertig!

Stecker für den POF-Fasertyp sind in der Regel sehr einfach in der Handhabung und durch Crimp- oder Klemmanschluss konfektionierbar. Stecker für den PCF-Fasertyp lassen sich ebenfalls gut mittels Klemm- und Brechtechnik konfektionieren.

Zur Konfektionierung von GOF-Glasfaser-Steckern sind jedoch Vorkenntnisse erforderlich. Naturgemäß weisen die Glasfasern einen deutlich geringeren Faserdurchmesser auf, weswegen auch die Stecker mit einer beträchtlich kleineren Innenbohrung versehen sind. Bei der Konfektion mittels Klebe- und Polierprozess sind absolute Präzision und Glasfaser-Know-how gefragt.

Sowohl bei Lichtwellenleitern aus Kunststoff als auch bei Glasfaserverbindungen ist es essentiell, dass die Faserflächen fest aneinander anliegen und so ein starkes Signal und eine geringe Einfügedämpfung ermöglichen. Aus diesem Grund verfügen die meisten LWL-Stecker über einen Federkraftanschluss, um eine maximale Kunststoff-auf-Kunststoff- bzw. Glas-auf-Glas-Verbindung zu gewährleisten.

 

Was besagen die Dämpfungswerte von Lichtwellenleiter-Konfektionen?

Die Einfügedämpfung beschreibt das Verhältnis von eingehendem Signal zu ausgehendem Signal. Das bedeutet, wie viel Signalleistung ist am Ende einer Faser noch messbar, verglichen mit der Signalleistung, die am Anfang einer Faser eingespeist wurde? Ist die in Dezibel (dB) gemessene Einfügedämpfung zu hoch, kam es bei der Übertragung also zu einem wortwörtlichen „Lichtverlust“.

Die Einfügedämpfung sollte daher so gering wie möglich sein. Sie ist zunächst abhängig vom LWL-Typ und des verwendeten Steckverbinders. Sie wird außerdem über die Sauberkeit des Steckverbinders und die Qualität der Faserendflächen zum Zeitpunkt der Konfektion bestimmt, aber auch über die Anzahl der Steckzyklen.

Erfahren Sie in unserem Lichtwellenleiter-Ratgeber noch mehr über Dämpfungen.

Die Rückflussdämpfung hingegen sollte möglichst hoch ausfallen. In Dezibel beschreibt sie das Verhältnis von eingehendem Signal zu reflektiertem Signal. Wie viele der eingehenden Lichtstrahlen reflektieren am Steckverbinder oder am Spleiß und werden zur Lichtquelle zurückgeworfen?

Je besser die Rückflussdämpfung ausfällt, desto hochwertiger ist die LWL-Konfektion zu bewerten. Der Dämpfungswert ist abhängig von der Wellenlänge, vom Lichtwellenleiter selbst sowie von der Präzision bei der Konfektionierung.



Welche Normen regeln die Anforderungen an eine LWL-Steckverbindung?

Aufschluss über die normgerechte LWL-Verbindung, d.h. über übertragungstechnische Anforderungen bezüglich Einfügedämpfung und Rückflussdämpfung, erlaubte Steckgesichter für industrielle Umgebungen oder auch die farbliche Kennzeichnung von Lichtwellenleitern und Kupplungen geben Ihnen die Normenreihen DIN EN 50173 und DIN EN 50174 oder die 6-teilige ISO/IEC 11801.

Wo werden Lichtwellenleiter-Steckverbinder eingesetzt?

Lichtwellenleiter kommen schon lange nicht mehr nur im Breitbandausbau zum Einsatz, das ist klar. Auf dem Weg zur Smart-Factory vereinfachen gesteckte Lichtwellenleiter den Unternehmen die Datenübertragung inzwischen enorm. Dabei können mit Singlemode-Fasern bis zu 80 Kilometer lange Übertragungsstrecken von einer Anlage zur anderen realisiert werden  - Reichweiten, die kupferbasierte Datenleitungen nie im Leben erreichen werden. Weil Lichtwellenleiter auch hinsichtlich der möglichen Übertragungsraten triumphieren und EMV bei den LWL-Fasern überhaupt kein Thema ist, ist die Signalübertragung via Lichtwellenleiter bislang einzigartig stark.

Wird zusätzlich zum Faktor „Entfernung“ noch eine extrem hohe Anlagenverfügbarkeit gewünscht, fällt die Entscheidung daher fast immer zugunsten der kostspieligen Lichtwellenleiter.

Hier weitere typische Einsatzszenarien von Lichtwellenleitern kennenlernen:

Lichtwellenleiter kommen aufgrund der genannten Vorteile in vielen Netzwerken zum Einsatz und sind mit Industrial-Ethernet-Protokollstandards wie Modbus TCP, EtherNET/IP, CC-Link IE, POWERLINK und selbstverständlich auch PROFINET kompatibel.

Die nachfolgende Abbildung zeigt Ihnen, welcher Stecker in welchem Netzwerk eingesetzt werden kann:

L-Uebersicht-Steckverbinder-Anordnung-v42

Konfektionierte Lichtwellenleiter nach Kundenwunsch

Sie haben besondere Anforderungen an die Konfektion von Lichtwellenleitern? Unsere Regellängen genügen Ihnen nicht? Sie möchten die Konfektion von Glasfasern nicht selbst vornehmen, weil Ihnen intern das nötige Fachwissen fehlt?

Halb so schlimm. Genau dafür haben Sie ja einen Partner wie LAPP!

Wir erstellen Ihre Konfektion ganz nach Ihren Wünschen.  

Unter ÖLFLEX® CONNECT DATA bietet Ihnen LAPP auch kundespezifische Lichtwellenleiter-Konfektionen, sogenannte Trunk-Systeme, an. Hierfür können Sie aus dem umfangreichen HITRONIC® Lichtwellenleiter-Sortiment das passende Kabel wählen, das nach Ihren Vorgaben und Wünschen mit Steckverbindern bestückt werden soll. Durch den Einsatz von werkseitig konfektionierten LWL-Leitungen kann die Installation in Industrie- oder auch Telekommunikations- und Büro-Anwendungen für Sie deutlich vereinfacht werden.

Ihre Vorteile auf einen Blick:

  • Das anschlussfertige Trunk-System ist direkt verlegbar.
  • Die aufwändige Steckermontage entfällt, wodurch Sie Zeit und Geld für teures Equipment sparen.
  • Unsere hohe Verbindungsqualität steigert die Zuverlässigkeit Ihrer Anwendung.
  • Durch werkseitige Konfektionierung in Top-Qualität ergeben sich geringere Dämpfungswerte.

Möchten auch Sie individuelle Trunk-Systeme konfigurieren?

Nehmen Sie hier Kontakt zu uns auf.