Ethernet Steckverbinder

Zur Konfektionierung von Ethernet-Leitungen

Mit Ethernet-Steckverbindern können in Ethernet-Netzwerken lösbare Verbindungen hergestellt werden. Die Konfektion von Steckverbinder und Leitung ermöglicht eine zuverlässige Datenübertragung in allen Industrien. Im LAPP-Portfolio finden Sie verschiedene Varianten von RJ45- und M12-Steckverbindern, die die marktüblichen Protokollstandards unterstützen. 

Was ist ein Ethernet-Steckverbinder?

Ethernet-Steckverbinder sind elementare Bestandteile der Ethernet-Technologie. Mit einem Kabel oder einer Leitung konfektioniert, dienen sie dem Herstellen und Trennen von Verbindungen in Ethernet-Netzwerken. Ein Ethernet-Gerät wie beispielsweise ein Switch in einem Serverschrank funktioniert nicht ohne Steckverbinder, da Geräte dieser Art üblicherweise keinen Anschluss via Reihenklemmen o.ä. zulassen und ein Steckverbinder somit unabdinglich wird.

 

Übrigens: Warum Ethernet-Steckverbinder umgangssprachlich Ethernet-Stecker genannt werden und weshalb das nicht ganz richtig ist, lesen Sie unter Datensteckverbinder.

Worin unterscheiden sich Ethernet-Steckverbinder von LAPP?

Alle LAPP-Produkte in dieser Produktgruppe sind zur Vor-Ort-Konfektionierung durch den Nutzer bestimmt.

 

Sie bevorzugen bereits konfektionierte Ethernet-Leitungen, um Zeit zu sparen? Kein Problem!

Zu den Ethernet-Patchkabeln für alle gängigen Protokollstandards wechseln.

 

Unsere konfektionierbaren Produkte unterscheiden sich hinsichtlich:

  • ihres Steckgesichts und ihrer IP-Schutzart,
  • der erreichten Leistungsklasse („Cat.-Rating“, von „Category“) gemäß DIN EN 50173 und ISO/IEC 11801,
  • der zur Verarbeitung benötigten Werkzeuge sowie
  • der Materialauswahl.

Achten Sie bei der Produktauswahl auf:

  • den Steckgesicht-Standard Ihrer spezifischen Applikation sowie
  • die Kompatibilität des Steckverbinders zur verwendeten Leitung, d.h. Meterware.
    Speziell die Parameter Leitungsaußendurchmesser, Aderdurchmesser sowie Leiteraufbau sind maßgeblich.

Wählen Sie zwischen:

  • Stecker- oder Buchsenausführung,
  • ggf. gerader oder gewinkelter Steckverbinder-Form,
  • Steckverbinder für Massiv- oder Litzenleiter,
  • Steckverbinder für Schaltschrankbau, raue Feldbedingungen mit IP 65/67-Bedarf, Leiterplatten- oder Wandmontage.

Ob für Industrial-Ethernet-Anwendungen oder die strukturierte Gebäudeverkabelung: 

Lassen Sie uns Ihr Produkt finden!

 

Steckgesichter und Kodierungen

Der RJ45 als priorisierter Steckverbinder und der M12-Steckverbinder als Alternative für raue Umgebungen beherrschen die Ethernet-Netzwerke der Industriellen Kommunikation.

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die entsprechenden Steckgesichter und Kodierungen:

Lapp-Etherline-Datensteckverbinder-Steckgesicht-DE
Steckgesicht Kodierung Polbild
Form der zusammenzuführenden Flächen eines Steckverbindergehäuses (z.B. rund oder eckig). Formelemente am Gehäuse (z.B. Nasen oder Rasthaken) sorgen dafür, dass Fehlsteckverbindungen vermieden werden. Anordnung und Beschaffenheit der Kontakte im Steckverbinder.

RJ45 - one size fits all

Die Abkürzung „RJ“ steht für „Registered Jack“ (genormte Buchse). Inzwischen gibt es eine Vielzahl an RJ-Steckverbinder, insbesondere im US-Telekommunikationsbereich.

In den allermeisten Datennetzen, die auf Ethernet und Industrial Ethernet setzen, hat sich jedoch der RJ45 zum universellen Steckverbinder etabliert. Egal ob für Standard-Anwendungen, in denen die Leitung fest verlegt wird oder für spezielle Applikationen mit viel Bewegung oder Torsion - es gilt: Solange der Steckverbinder nicht übermäßig verschmutzt wird (die Schutzart von IP 20 also ausreicht) und keinen Vibrationen ausgesetzt ist, ist er ein Garant für zuverlässige Verbindungen.  

RJ45- und M12-Steckverbinder für Leitungen bis Cat.6A sowie Cat.8.1

Soll eine höhere Schutzart erreicht werden, beispielweise weil Remote-I/O-Module im Feld verkabelt werden, können Sie entweder auf RJ45-Steckverbinder mit Schutzgehäuse oder auf M12-Steckverbinder zurückgreifen.

Der RJ45 erfüllt im Prinzip jedoch nur die Anforderungen der Kategorien Cat.5/5e, Cat.6, Cat.6A und Cat.8.1 gemäß ISO/IEC 11801. Seine Kontakte sind sehr nah beieinander platziert und können sich, in zu hohen Frequenzbereichen, gegenseitig stören, wodurch es bereits bei den für Cat.7 verwendeten Frequenzen zu einer Störung kommt. In der Konsequenz kann der häufig verwendete RJ45 die für Cat.7 und Cat.7A vorgeschriebenen Grenzwerte nicht einhalten und daher für diese Kategorien nicht verwendet werden.

Andere Steckverbinder, sogenannte Kammersteckverbinder, bündeln die einzelnen Aderpaare, wodurch Störungen minimiert werden, und können dadurch sogar die strengeren Grenzwerte der Kategorien Cat.7, Cat.7A oder gar Cat.8.2 erfüllen. Typische Vertreter hierfür sind der TERA- und GG45-Steckverbinder, die jedoch aufgrund der hohen Kosten und dem Mangel an kompatiblen Endgeräten bisher keine große Marktdurchdringung erreicht haben.

Sind RJ45- und M12X-Steckverbinder für ein Cat.7-Kabel also ungeeignet?

Ganz so ist es nicht. RJ45- und M12-X-codierte Steckverbinder sind zu Leitungen der Kategorien Cat.7, Cat.7A sowie Cat.8.2 kompatibel. Das bedeutet, dass Polanzahl und Aderanzahl übereinstimmen und eine Konfektion durchaus hergestellt werden kann. Jedoch ist zu beachten, dass die Übertragungseigenschaften der Leitung durch diese Steckverbinder begrenzt werden und eine Cat.7-Leitung letztlich nur im Frequenzbereich einer Cat.6A-Leitung (500 MHz anstatt 600 MHz) arbeitet. Eine Cat.6A-Leitung überträgt die Daten also in derselben Geschwindigkeit wie eine Cat.7-Leitung, ist jedoch weniger beständig gegenüber Störeinflüssen und Beschädigungen.

Pinbelegung und Anschlussstandards

Bei der Konfektionierung von Steckverbinder und Leitung ist auf die Pinbelegung zu achten, nach der der Geräteanschluss letztendlich erfolgen soll. Die EIA/TIA-Standards sowie PROFINET schreiben jeweils eine eigene Farbkodierung vor. Sowohl Stecker als auch Buchse müssen gleich belegt sein.

TIA 568-A TIA 568-B PROFINET M12 X-codiert M12 D codiert RJ45
Weiß/Grün Weiß/Orange Gelb 1 1 1
Grün

Weiß/Orange

Orange

Weiß/Grün

Orange

Weiß

2

3

3

2

2

3

Blau

Weiß/Blau

Blau

Weiß/Blau

-

-

8

7

  4

5

Orange

Weiß/Braun

Grün

Weiß/Braun

Blau

-

4

5

4 6

7

Braun Braun - 6   8

Für die zweifelsfreie Zuordnung von Pin und Ader

Machen Sie sich Sorgen, dass Ihnen bei der Pinbelegung ein Fehler passieren könnte? Mit den intuitiven LAPP-Adermanagern mit Farbkodierung entweder für T568A, T568B oder PROFINET ist das Fehlerpotential verschwindend gering! Sie finden die gewünschte Farbkodierung in allen RJ45-Steckverbindern von LAPP. Auch in M12-Steckverbindern ist die Zuordnung von Ader zu Pin durch farbliche Markierung des Ladestücks maximal einfach.

RJ45

RJ45

M12-D

Lapp-Etherline-Connector PROFINET-M12D

M12-X

Lapp-Etherline-Connector PROFINET-M12X

Wo werden Ethernet-Steckverbinder benötigt?

Die Antwort lautet: Jede Ethernet-basierte Anwendung benötigt Steckverbinder. Überall, wo Sie Ethernet-Leitungen einsetzen, findet auch ein Steckverbinder Verwendung.

 

Wenn auch Sie von Industrie 4.0 träumen, müssen Sie zunächst für eine ausgereifte Kommunikationsinfrastruktur in Ihrem Unternehmens- oder Produktionsnetzwerk sorgen. Ethernet-Steckverbinder tragen dazu maßgeblich bei. 

Gerade dort, wo primär Herstellungsprozesse stattfinden, z.B. im klassischen Maschinen- und Anlagenbau, oder in Bereichen wo es um Logistik, Infrastruktur und Transport geht, ist die Vernetzung von Systemen und der Austausch von Daten (oftmals in Echtzeit) unabdinglich.

Auch im klassischen Office-Bereich müssen Gebäude, Stockwerke und einzelne Büroräume via Ethernet-Leitungen erstmalig miteinander verbunden werden, um stabile, zuverlässige Datenverbindungen zu ermöglichen und Automatisierungen auf Gebäudetechnik-Ebene zuzulassen.

Letztlich kommt auch das Internet für Ihr privates Heimnetzwerk über ein Kabel in der Haustechnik an und wird von dort an die einzelnen Netzwerkgeräte und LAN-Dosen des Hauses verteilt. Erst ab hier wählen Sie zwischen drahtlos und kabelgebunden. Wer es kabelgebunden mag, bei dem erfolgt der Endgeräte-Anschluss ganz klassisch mittels RJ45-Datenstecker über die LAN-Schnittstelle des Laptops. Diese ist nichts anderes als eine Ethernet-Buchse mit RJ45-Steckgesicht.